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Brauchen Kinder Kinderlebensmittel?

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Überall stehen sie in den Regalen: Die Kinderlebensmittel mit der Extraportion… Es scheint, als ob wir unseren Kindern keine “normalen” Lebensmittel mehr kaufen könnten. Mit den verschiedenen Werbeversprechen wird uns Eltern suggeriert, dass unsere Kinder mit den Kinderlebensmitteln nur das Beste bekommen. Viele wichtige Vitamine, Mineralstoffe und überhaupt nur das Beste zum Wohl unserer Kleinen. Damit sie groß und stark werden.

Brauchen Kinder Kinderlebensmittel?

Dieser Frage möchte ich heute nachgehen und beantworten.

Was sind eigentlich Kinderlebensmittel?

  • Kinderlebensmittel sind nicht klar definiert. Sie richten sich aber durch ihre spezielle Aufmachung direkt an Kinder.
  •  Kinderlebensmittel enthalten oft unnötige Zusätze, die als „wichtig für das Wachstum“ beworben werden.
  • Kinderlebensmittel sind erkennbar an Aufschriften wie “für Kinder” oder “kids”, sie haben spezielle Formen wie Tier- oder Comicfiguren oder besondere Beigaben wie Aufklebern, Spielfiguren, Sammelbildern etc.

Was ist drin in Kinderlebensmitteln?

  • In den meisten Kinderlebensmitteln sind unnötige Zusätze. Von den gängigen Kinderlebensmitteln sind:
    – 80 % mit Zusatz isolierter Zucker
    – 84 % mit Aromastoffen
    – 30 % mit Spielzugaben

Kinderlebensmittel bieten in der Regel keine Vorteile gegenüber einer ausgewogenen Ernährung. Sie sind oft zu fettig (z. B. die Quarkzubereitung aus Früchten für “Zwerge“), oft zu süß, weil der Zuckergehalt nicht immer eindeutig deklariert ist. Kinderlebensmittel sind im Hinblick auf Natürlichkeit und ökologischen Aspekten oft stark verarbeitet, aufwendig verpackt und deutlich teurer als vergleichbare Produkte.

Essen Kinder ihre eigenen Lebensmittel, dann werden bzw. grenzen sie sich vom Familientisch aus. Sie nehmen eine gesonderte Rolle im Bezug auf ihr Essen gegenüber den Erwachsenen ein. Kinderlebensmittel geben Kindern das Gefühl “Besonders” zu sein, weil “normale” Lebensmittel für sie nicht ausreichen. Denn erst mit dem Kinderlebensmittel bekommen sie angeblich die “Extra Portion Milch”.

Foodwatch hat in seinem Marktcheck 1.514 Lebensmittel unter die Lupe genommen und sie mit Hilfe der aid Ernährungspyramide bewertet. Foodwatch kam in seinem Test zu folgenden Ergebnissen:

  • “1.109 und damit fast drei Viertel der 1.514 Kinderprodukte (73,3 Prozent) fallen nach aid-Kriterien in die „rote“ Kategorie der „süßen und fettigen Snacks“ – von ihnen sollten Kinder täglich nicht mehr als eine Hand voll essen.
  • 92 Produkte (6 Prozent) gehören in die gelbe Kategorie. Hierzu zählen vorwiegend gezuckerte Milchprodukte.
  • Nur 188 Produkte (12,4 Prozent) können der „grünen“ Kategorie zugeordnet werden. Dabei handelt es sich um Obst in verarbeiteter Form (zum Beispiel Apfelmus, Trockenobst), Nudeln, Tomatensauce oder Fruchtsäfte und Saftschorlen, die ausnahmsweise als Ersatz für Obst empfohlen werden.
  • 83 Produkte (5,5 Prozent) fallen in die Zwischenkategorien „gelb-rot“, „grün-rot“ und „grün-gelb-rot“. Hierzu zählt der aid sehr fette Fleisch- und Wurstwaren oder Fertiggerichte, die auch Getreide oder Gemüse enthalten, aber ebenfalls nur ab und zu verzehrt werden sollten.” (Quelle: Foodwatch.org)

Die Industrie stellt mit ihren Kinderlebensmitteln die Ernährungspyramide auf den Kopf. Die Grundnahrungsmittel sind demnach Süßes und Fettes. Durch den hohen Zuckergehalt in Cornflakes starten Kinder schon mit dem als “gesund” getarnten Frühstück in Wirklichkeit mit Süßigkeiten in den Tag.

Kinderlebensmittel – Kaufen oder nicht kaufen?

Mein Fazit: Ich empfehle Kinderlebensmittel nicht. Sie sind überflüssig. Mit einer ausgewogenen, vollwertigen Ernährung bekommen Kinder alles was sie zum groß werden brauchen. Sie werden mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.

Es spricht nichts dagegen, wenn Kinder mal zwischendurch einen Kinder-Joghurt oder Kinder-Keks essen. Das sollte jedoch nicht als Essensmahlzeit gewertet werden, sondern als die kleine Süßigkeit des Tages.

Bildquelle: pixabay.com

 

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